Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ

In Hamburg ist seit mehreren Jahren eine Initiative aktiv, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Hamburger Energienetze von den privaten Betreibern (Vattenfall und EON) zurückzukaufen und unter kommunaler Regie zu betreiben. Die Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ ist ein parteiunabhängiges Bündnis aus Umweltverbänden, Bürger- und Verbraucherinitiativen und Kirchen. Mehr Info unter:

http://unser-netz-hamburg.de

Aufgrund persönlicher Kontakte zur Kampagnenleiterin der Initiative ist unser Vorstandsmitglied Stefan Lübben zu einem internen Treffen der Initiative am 28.02.2013 eingeladen worden. Dieses Treffen sollte mögliche Multiplikatoren und Personen / Organisationen die ohnehin aktiv sind in Sachen Energiewende über die Arbeit und Ziele der Initiative informieren. Jeder Eingeladene bekam die Möglichkeit, seine Organisation vorzustellen und dabei auch mögliche Anregungen für die Initiative vorzutragen. S. Lübben stellte dabei heraus, wie wichtig es ist, dass die Netze im Falle eines Rückkaufes nicht vollständig in kommunale (städtische) Hand zurückgehen dürfen, da dann die Stadt bei klammen Kassen sehr schnell wieder auf die Idee kommen wird, die Netze wieder zu verkaufen. Es muss daher ein klares Ziel sein, möglichst große Anteile der Netze so eng mit den Hamburger Bürgern zu verknüpfen, dass sich nicht einfach von der Stadt verkauft werden können. Ein möglicher Käufer / Investor wird abgeschreckt vom Netzkauf, wenn mehr als 50% eines Netzes in den Händen von Bürgern sind. Um dieses bewerkstelligen zu können, wäre eine Genossenschaft als Netzeigentümer die optimale Gesellschaftsform. Alle Bürger können sich finanziell am Netz beteiligen, wesentliche Anteile der aufgrund gesetzlicher Regularien sicheren Rendite gehen an die Bürger zurück und bleiben somit in der Stadt, die Stadt oder auch ein Privater können eine Minderheitsbeteiligung am Netz haben. Der Netzbetrieb kann dann durch professionelle Unternehmen geschehen, die im Auftrag des Netzbesitzers – der Genossenschaft – aktiv sind. Seitens der anwesenden VER.DI-Vertreter wurde dieser Ansatz scharf kritisiert, VER.Di forderte, dass die Netze zu 100% zurück in die kommunale Hand gehen müssen, damit sichere Arbeitsplätze im Bereich des öffentlichen Dienstes geschaffen werden können. Die heftige Diskussion in großer Runde über diese Problematik wurde nicht zu einem klaren Ende geführt, zahlreiche Anwesende haben den genossenschaftlichen Ansatz aber deutlich befürwortet.

Die Initiative hat bei allen eingeladenen Gästen dafür geworben, die Resolution der Initiative (s. Anlage) zu unterstützen und zuzustimmen, dass die jeweilige Organisation auf der Website der Initiative als Unterstützer genannt werden und das Logo dargestellt werden darf.

Nach umfassender Diskussion im Aufsichtsrat am 23.03. und anschließend im Vorstand am 7.04. wurde der Initiative schließlich die Zustimmung gegeben, die Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG als Unterstützer zu benennen und unser Logo auf deren Webseite zu zeigen.

Resolution JA zu UNSER HAMBURG – UNSER NETZ

Bürgersolarkraftwerke Rosengarten eG erwerben Anteile an Holz-Herbst-PV-Anlage

10.4.2013 Vertragsunterzeichnung
Zukunftsgenossen Vertragsunterzeichnung Von links: Unser Vorstandsvorsitzender Klaus Meyer-Greve, Aniko Hauch, Vorstandsvorsitzende der Zukunftsgenossen, und Norbert Stein vom Bürgersolar-Vorstand.

Um schneller neue Projekte zu realisieren, kooperieren die Genossenschaften Bürgersolarkraftwerke Rosengarten eG und die Zukunftsgenossen eG.
Da von uns zur Zeit kein Neuanlage realisiert werden kann, beteiligt sich die Genossenschaft Bürgersolarkraftwerke Rosengarten an einer seit März 2012 bestehenden Holz-Herbst-Anlage im Raum Lüneburg.
Diese Anlage wurde von der Genossenschaft Zukunftsgenossen realisiert und vorfinanziert.
Durch den Kapitalzufluss kann diese Genossenschaft schneller ihre Kredite ablösen und neue Projekte umsetzen. Unser Vorteil: das eingesetztes Kapital erwirtschaftet Erträge noch zu einer höheren Einspeisevergütung als es bei heutigen Neuanlagen der Fall wäre.

One man one vote


Bürgersolar-Vorstand Stefan Lübben diskutiert über Genossenschaften

Genossenschaften sind eine zukunftsträchtige Organisationsform bürgerschaftlichen Engagements. Darin waren sich alle Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung am 7. Dezember in der Werkstatt 3 In Hamburg-Altona einig. Am runden Tisch saßen neben Bürgersolar-Vorstand Stefan Lübben der Geschäftsführer von STATTBAU/Schanze eG Tobias Behrens, Sören Fenner von WIESE, Initiative für ein theatrales Produktions- und Bildungszentrum und Ulrike Sitte von der Gängeviertel-Genossenschaft. Moderiert wurde die Runde von Karin Heuer von umdenken/Heinrich-Böll-Stiftung und Heike Breitenfeld von KEBAP e. V.

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Runder Tisch in der Werkstatt 3.

KEBAP steht für „Kultur Energie Bunker Altona Projekt“ und war Anlass für die Diskussion über Genossenschaften. Denn KEBAP ist bislang ein Verein, hat aber vor, das Projekt 2013 als Genossenschaft weiter zu führen.

Konkret geht es um einen Weltkriegs-Bunker in der Schomburgstraße in Altona, in dem künftig ein Biomasse-Kraftwerk Wärme erzeugen soll. Die Erlöse aus dem Wärmeverkauf sollen den Kulturteil des Projekts mitfinanzieren. Geplant sind unter anderem Räume für Musiker und Stadtteil-Initiativen, eine Filmwerkstatt und eine Kantine – auf dem Dachgarten sollen Kräuter und Gemüse fürs Essen selbst gezogen werden.

Stefan Lübben, Vorstandsmitglied der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG, verhehlte nicht, dass er die Idee „Energie subventioniert Kultur“ für ambitioniert hält. Lübben verwies auf die jüngste Reduzierung der Einspeisevergütung im „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG), die es den Erzeugern zunehmend schwer mache, Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. „Bei der Photovoltaik sei mehr als ein Prozent Rendite gegenwärtig kaum realistisch“, sagte Lübben.

Auch Rosengarten müsse sich etwas einfallen lassen, wenn die Genossenschaft weiter wachsen wolle. „Denkbar ist ein Einstieg in die Windkraft oder Modelle, die auf den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms ausgerichtet sind“, sagte der Rosengarten-Vorstand. Ein konkretes Vorhaben der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten sei zurzeit eine Kooperation mit den „Zukunftsgenossen“ in Lüneburg, die in der Heidestadt Solaranlagen planten.

Die Genossenschaft als Organisationsmodell für Projekte aus Bürgerhand sieht auch Lübben positiv. Die Rosengartener Genossenschaft sei auf rund 150 Mitglieder gewachsen, nur einen Austritt habe es seit der Gründung im Jahr 2008 gegeben. „Allerdings ist das Engagement sehr ungleich verteilt, bei uns arbeiten etwa zehn Mitglieder aktiv mit“, sagte Lübben. Eine Hürde seien bei Genossenschaften auch die aufwändigen regelmäßigen Prüfungen durch den Genossenschaftsverband, die zudem viel Geld kosten.

Tobias Behrens von STATTBAU/Schanze eG – eine Dachgenossenschaft von Wohnprojekten – verwies darauf, dass die Reform des Genossenschaftsgesetzes 2006 die Gründung von Genossenschaften erleichtert habe. Das sei ein Grund dafür, dass das Betätigungsfeld breiter sei als früher und nun eben auch die Bereiche Energie und Kultur umfasse. „Wichtig ist jedenfalls, dass das Geschäftsmodell stimmt. Genossenschaften sind keine gemeinnützige Einrichtungen.“, sagte Behrens.

Die Mitwirkungsmöglichkeiten in Genossenschaften hängen nicht vom eingezahlten Geld ab. „One man, one vote“ – dieses demokratische Teilhabeprinzip der Genossenschaften passt besonders für Initiativen von Bürgern, die regional Energie selbst erzeugen wollen. Das Modell passt auch, wenn man Nahrung herstellen oder Kultur schaffen will. Das betonten nicht nur Behrens, sondern auch die Vertreter der Kulturprojekte „Gängeviertel“ und WIESE, einer Initiative von Theaterleuten, die in Hamburg-Barmbek künftig eine Fabrikhalle übernehmen wollen.

So konnten sich am Ende des Abends, an dem sich auch das Publikum rege beteiligte, die Leute von KEBAP durchaus ermuntert fühlen, die Genossenschaftsgründung anzugehen. 2012 war das „Jahr der Genossenschaften“, ausgerufen von den Vereinten Nationen. Viele haben das nicht bemerkt. „Genossenschaften neigen zum Understatement“ – auch darin war man sich in der Werkstatt 3 einig.

Diskussion zu Genossenschaften

7. Dezember 2012
Sind Genossenschaften eine geeignete Organisationsform für eine solidarische Gesellschaft?
Vorstandsmitglied Stefan Lübben auf dem Podium zu KEBAP-Projekt

Am Freitag, dem 7. Dezember, findet eine Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung mit Beteiligung der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten statt. Der stellvertretende Vorsitzende Stefan Lübben wird mitdiskutieren zum Thema “Sind Genossenschaften eine geeignete Organisationsform für eine solidarische Gesellschaft?. Beginn ist um 19 Uhr in der Werkstatt 3, Nernstweg 32-34 in Hamburg. Konkret geht es um das Kultur- und Enerigebunkerprojekt KEBAP Altona.

Aus dem Ankündigungstext: Während sich global wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen in den letzten Jahren weiter zuspitzen, entstehen lokal vermehrt Graswurzelinitiativen. Sie engagieren sich für die Aneignung als entfremdet empfundener Lebensbereiche. Das bedeutet: Stadt selber machen, Energie selber machen, Nahrung selber machen, Kultur selber machen.

Diese Bewegung ist in ihrer lokalen Vielfältigkeit und guter regionaler Vernetzung stark und beweglich. Sie gibt sich nicht mehr zufrieden mit von oben moderierten Beteiligungsverfahren, sondern fordert ein Neudenken der politischen Gestaltungskultur: Projekte wie das Mietshäusersyndikat, das Gängeviertel, das Centro Soziale und KEBAP zeigen einen neuen Weg: BürgerInnen entwickeln ein Konzept, stellen dieses öffentlich zur Diskussion und gleichzeitig der Politik vor und beteiligen derart Öffentlichkeit und Politik an der Ausformulierung und Realisierung. KEBAP ist ein basisdemokratisch organisiertes Teilhabeprojekt, das sich nur in solch neuen vielschichtigen Kooperationsformen verwirklichen lässt. Grundlegend für solche Projekte ist die wirtschaftliche Organisationsform. Im Jahr der Genossenschaften erhält die Idee des solidarischen Wirtschaftens daher wieder regen Zuspruch.

Auch KEBAP will sich genossenschaftlich und gemeinwohlorientiert organisieren. Die Energieproduktion soll langfristig den Kulturteil mittragen, um die Mieten niedrig zu halten und sozial/gemeinschaftlich genutzte Räume zu finanzieren. Exemplarisch am KEBAP wollen wir diskutieren, wie man eine Genossenschaft gründen könnte, die die Ausrichtungen Kultur und Energie vereinigt. Kann die Förderung wünschenswerter gesellschaftlicher Entwicklungen monetäre Rendite ersetzen? Welche Erfahrungen existieren bereits?

Unser Stand auf der Klimawoche

September 2012
Ehrenamtliche Solarier am Stand
Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten warben bei Hamburger Klimawoche für Solarstrom

Collage von Bildern bei der Hamburger Klimawoche

Die Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten waren im September bei der vierten Hamburger Klimawoche aktiv mit einem Stand in der Hafen City in Hamburg dabei. Die Ehrenamtlichen hatten sich alle Mühe gemacht, den Solarkocher aufgebaut und neue Flyer gedruckt. Insgesamt hätten sie sich an den beiden Veranstaltungstagen, an denen sie vertreten waren, mehr Besucher gewünscht.

Neue Dächer unter der Lupe

Juni 2012
Bürger-Solarkraftwerke prüfen neue Flächen
IBA bietet Dachflächen an

Die IBA bietet unserer Genossenschaft weitere Dachflächen für die Errichtung von PV-Anlagen an. Die Prüfung der Eignung der Flächen läuft, die kurzfristige Nutzung der Flächen durch unsere Geno kommt aber nur in Frage, wenn die Beteiligung unserer Geno an der Anlage in LG nicht zustande kommt. Dafür haben wir schon im März Kontakt mit den Zukunftsgenossen Lüneburg aufgenommen. Unsere Geno will sich an der 135 kWp-Anlage von Holz-Herbst in Lüneburg beteiligen und einen ideellen Anteil der Ende März 2012 ans Netz gegangenen Anlage kaufen. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Das perfekte Dach, aber…

Dezember 2011
Unendliche Mühen – letztlich umsonst
Geno bemüht sich um Dachfläche auf neuer Kletterhalle in Buchholz

Es hätte das perfekte Dach werden können, aber dann… Unser Vorstandmitglied Norbert Stein hat sich intensiv darum bemüht, einen Vertrag mit den Errichtern der neuen Kletterhalle in Buchholz zustande zu bringen. Es gab ein fortwährendes Hin und Her über die Beschaffenheit des Daches, viele Telefonate und Gespräche. Letztlich scheiterte das Engagement an Problemen mit dem Dachbauer. Nun hat die Halle ein Dach, das für das Bestücken mit Solarmodulen nicht geeignet ist. Also weitersuchen…

Open House am Netz

Juli 2011
Anlage auf dem Open House am Netz
Ehrenamtlicher Vorstand meistert Kraftakt – Open House „läuft“

Solarmodule auf dem Open House

Vorstandsmitglied Norbert Stein hat unzählige Stunden in die Realisierung unserer Solaranlage Open House gesteckt – und sollte er jemals Höhenangst gehabt haben, dürfte er inzwischen abgebrüht sein. Denn die Anlage befindet sich auf einem Wohnblock mit 44 Miet- und Eigentumswohnungen und somit in luftiger Höhe. Aber auch für die anderen Vorstandmitglieder war es eine Mammutaufgabe, schließlich erreichen die beiden vorherigen Anlagen nicht annähernd die Größe, wie sie auf dem Open House realisiert wurde. Aber egal: Ende gut, alles gut!

Dritte Anlage am Start

Mai 2011
Generalversammlung 2011: kerngesunde Finanzlage

Am 4.Mai hat die Genossenschaft „Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten“ ihre Generalversammlung für das Kalenderjahr 2011 abgehalten. Der Vorstand der Genossenschaft informierte seine inzwischen ca. 130 Mitglieder über den Jahresabschluss 2010 und die aktuell anstehende Beauftragung zum Bau der dritten Photovoltaikanlage der Genossenschaft. Etwa ein Viertel der Mitglieder nahmen an der Generalversammlung teil.

Da das Eigenkapital der Genossenschaft nicht ganz ausreicht, um die fast 200.000 Euro teure Anlage in Wilhelmsburg zu bauen, muss jetzt erstmalig vorübergehend Fremdkapital eingesetzt werden. Die Mitglieder wurden vor der Beauftragung auf der Generalversammlung darüber informiert.

Der Steuerberater Detlev Bartz stellte den Jahresabschluss 2010 vor. Erstmalig hat die Genossenschaft einen Gewinn erwirtschaftet, die Anfangsverluste aus der Gründungsphase sind abgetragen. Herr Bartz bescheinigt der Genossenschaft eine kerngesunde finanzielle Situation. Durch die dritte Anlage mit fast 70 Kilowatt Leistung können die relativ konstanten Verwaltungskosten der Gesellschaft immer effizienter genutzt und die Rendite gesteigert werden. Nachdem der Vorstandsvorsitzende Klaus Meyer-Greve den Bericht des Vorstandes und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jens Hansen den Bericht des Aufsichtsrates vorgestellt haben, wurden Vorstand und Aufsichtsrat durch die Mitglieder entlastet.

Vorstandsmitglied Dr. Stefan Lübben erläuterte anschließend Details zur neuen Anlage, Klaus Meyer-Greve stellte die Finanzierung dar. Alle anwesenden Mitglieder stimmten der geplanten Vorgehensweise zu. Der über eine Ausschreibung ermittelte Anbieter konnte somit in der Zwischenzeit den Auftrag erhalten. Da die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen zum 1.7.2011 wahrscheinlich wieder abgesenkt wird, soll die Anlage bis dahin fertig gestellt sein. Dieses wurde vom Anlagenbauer fest zugesichert. So können in den kommenden Wochen die knapp 300 polykristallinen Module auf dem Flachdach des Open House in Wilhelmsburg installiert werden.

Die Genossenschaft betreibt dann drei Photovoltaikanlagen mit über 100 kWp Leistung. Der insgesamt produzierte Strom reicht aus, um 37 Hamburger Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen.