Runder Tisch mit Energiegenossenschaften aus der Metropolregion Hamburg

Im Oktober kamen auf Einladung der Elbe Heide eG fünf Bürger-Energiegenossenschaften aus den Landkreisen Harburg, Stade, Hamburg und Lüneburg zusammen, um über eine gemeinsame Vernetzungsplattform zu beratschlagen. Die Energiegenossenschaften aus dem Großraum Hamburg möchten zukünftig ihre Zusammenarbeit intensivieren und auch gemeinsam Projekte entwickeln. Durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist es für Energiegenossenschaften zunehmend schwerer […]

Vorstand stellt sich neu auf

23.09.2014: Personeller Wechsel bei den Bürger-Solarkraftwerken Rosengarten

Die Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten haben in diesem Jahr die Weichen für ihre Arbeit neu gestellt. Nachdem der langjährige Vorsitzende Klaus Meyer-Greve aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden ist, übernimmt Norbert Stein die Spitze der Energiegenossenschaft. Stefan Lübben – wie Stein bereits seit einigen Jahren im Vorstand aktiv – ist sein Stellvertreter. Neu in das Gremium berief der Aufsichtsrat im Juli Petra Reinken aus dem Landkreis Heidekreis. Sie war bereits einmal bei den Genossen aktiv, hatte sich aber vorübergehend zurückgezogen.

Nun wollen die Verfechter der Energiewende trotz der schwieriger gewordenen politi­schen Bedingungen weiter daran arbeiten, den Anteil von Sonnenstrom im Energie­mix zu erhöhen. Sie suchen dafür besonders nach geeigneten Dächern ab 200 Quadratmetern Fläche in der Metropolregion Hamburg und angrenzenden Regionen. Wichtig ist, dass derjenige, der das Dach zur Verfügung stellt, auch Bedarf an Strom hat – möglichst ganzjährig und auch in der Mittagszeit. Ein Supermarkt, Landwirt, Sportverein, eine Schule oder ähnliches kommen in Frage. Auch über die Auswei­tung des Geschäftsfeldes auf Windstrom oder den Betrieb von Blockheizkraftwerken wird nachgedacht. Die Energiegenossenschaft erzeugt bisher Strom mit Photovol­taik-Anlagen in Klecken, Marschacht, Wilhelmsburg, Buchholz und – in einem Koope­rationsprojekt mit den dortigen Zukunftsgenossen – in Lüneburg.

Der Wechsel im Vorstand bedeutet auch, dass die Bürger-Solarkraftwerke nun unter einer neuen Adresse zu erreichen sind. Es wurde ein Postfach in Buchholz einge­richtet. Die Adresse lautet ab sofort: Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG, Post­fach 1132, 21231 Buchholz. Der Vorsitzende Norbert Stein ist darüber hinaus unter der Telefonnummer (04181) 98590 oder per E-Mail an kontakt@buergersolarkraftwerke-rosengarten.de erreichbar.

Energiegenossenschaften fordern »Wettbewerbsschutz«

26.08.2014: Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) hat in einem Positionspapier zu den im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geplanten Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen »mehr Chancengleichheit«für kleinere und mittlere Unternehmen gefordert. Diese seien zum Beispiel deshalb im Nachteil, weil sie nicht – wie größere Akteure – die Risiken einer Planung auf mehrere Projekte verteilen können. Eine erfolglose Teilnahme an einer Ausschreibung könne sich deshalb »existenzgefährdend auswirken«. Die vom DGRV und seinen Mitgliedsunternehmen getragene Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften hat ihre Forderungen in einer Stellungnahme an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) formuliert. Das Ministerium hatte solche Stellungnahmen zur Vorbereitung der geplanten Ausschreibungsrichtlinien angefordert. Unter anderem schlagen die Energiegenossenschaften auch vor, sich an den »De-minims-Grenzen« der EU-Beihilferichtlinien für Energie und Umweltprojekte zu halten. Diese sehen – je nach Konstellation – für Anlagen bis ein beziehungsweise sechs Megawatt anstelle von Ausschreibungen die Möglichkeit einer Finanzierung durch Einspeisevergütung oder Direktvermarktung vor. Die Energiegenossenschaft Greenpeace Energy eG hat eine eigene Stellungnahme an das BMWi abgegeben und fordert »Wettbewerbsschutz für Bürgerenergie«. Bei Ausschreibungen solle generell ein Kontingent für »Akteure aus regionalen Bürgerinitiativen, Genossenschaften oder Kommunen« reserviert bleiben. Die Positionspapiere von DGRV und Greenpeace Energy sind im Internet veröffentlicht worden. © PHOTON

http://www.dgrv.de

http://www.greenpeace-energy.de/presse/artikel/article/geplante-oekost
rom-ausschreibungen.html

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie auch im PHOTON-Archiv unter folgendem Link:
http://www.photon.info/newsletter/document/87906.pdf

Wachstumstrend der Energiegenossenschaften ungebrochen

Aktuelle Erhebung zeigt: 888 Energiegenossenschaften engagieren sich für Erneuerbare Energien

Energiegenossenschaften erfreuen sich bei den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin großer Beliebtheit. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Klaus Novy Instituts hervor. Ende 2013 engagierten sich demnach 888 Energiegenossenschaften für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Damit stieg der Bestand gegenüber 2012 um 142.

„Im Durchschnitt wird jeden dritten Tag irgendwo in Deutschland eine Genossenschaft gegründet, die den Bau und den Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen oder von regenerativen Heizsystemen zum Ziel hat“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Ein entscheidender Grund für den Boom der Bürgerenergie ist die Investitionssicherheit, welche dank der festgelegten Vergütungssätze und des Einspeisevorrangs für regenerative Energieanlagen besteht“, so Vohrer. Der positive Wachstumstrend der Energiegenossenschaften ist seit etwa sechs Jahren zu beobachten und geht seitdem stetig voran.

Die Erhebung untersucht auch die regionale Verteilung der Energiegenossenschaften nach Bundesländern. Dabei zeigt sich, dass die großen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beim reinen Bestand ganz vorne sind. Mit 237 Energiegenossenschaften sind die Bayern im Ländervergleich die aktivsten „Energiebürger“ – Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen. Die dynamischste Entwicklung weist jedoch Thüringen auf. Im Vergleich zu 2012 wuchs die Anzahl der Energiegenossenschaften hier um 70 Prozent.

„Energiegenossenschaften bieten den Menschen eine meist regional verankerte und zudem sichere Möglichkeit, das eigene Geld sinnvoll und ökologisch anzulegen. Außerdem können sich die Bürgerinnen und Bürger schon mit einem geringen Beitrag beteiligen und sich beim Umbau der Energieversorgung vor Ort aktiv einbringen“, so Vohrer zur Entwicklung des Bürgerengagements im Energiesektor.

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Quelle:
Benjamin Dannemann
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.
Berlin, 06.02.2014
Weiter Informationen: www.foederal-erneuerbar.de und www.kommunal-erneuerbar.de.

Seminar „Umweltpolitik und Nachhaltigkeit“ am 07.01.2014

Auf Einladung unseres Gründungsmitglieds Dr. Monika Griefahn hat unser Vorstandsmitglied Stefan Lübben am 7.01.2014 in ihrem Seminar „Umweltpolitik und Nachhaltigkeit“ vor ca. 80 Studenten über Energiegenossenschaften mit all ihren Vorteilen berichtet.
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Am Beispiel der Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG stellte er heraus, welche Möglichkeiten die Bürgerinnen und Bürger haben, durch Mitgliedschaft in Energiegenossenschaften die „Energiewende von unten“, also nicht durch die großen vier Energiekonzerne sondern durch die Bürger vor Ort zu beschleunigen.
Die Entwicklung von Energiegenossenschaften in Deutschland hat in den vergangenen 2-3 Jahren einen deutlichen Schub bekommen. Inzwischen gibt es über 600 derartige Genossenschaften mit über 130.000 Mitgliedern und 1,2 Mrd Euro in Bürgerkraftwerke investiertem Kapital. Die Mitgliederzahl verdoppelte sich innerhalb eines Jahres!
Genossenschaften sind die bei weitem insolvenzfesteste Gesellschaftsform in Deutschland, da stets deutlich über 50% des investierten Kapitals Eigenkapital ist. Die regionale Wertschöpfung verhindert ein Abfließen der Gewinne ins Ausland, jedes Mitglied hat einen Bezug zu „seinem“ Bürgerkraftwerk, egal, ob es sich dabei um Photovoltaik- oder Windkraftanlagen oder sogar um eigene Energienetze handelt. Genossenschaften wie die Energienetz-Hamburg eG versuchen, Anteile oder sogar ganze Energienetze zu erwerben und zu betreiben. Diese Ausrichtung ist unter den Energiegenossenschaften noch wenig vertreten, aber ebenfalls stark im Kommen.

Nach Abschluss des Vortrages stellte sich S. Lübben den Fragen der Studenten, welche in erster Linie die praktische Umsetzung einer Mitgliedschaft galten. So wurde noch darüber diskutiert, wie man wieder kündigen kann, welche Fristen zu beachten sind und was denn – im Falle der Energienetz-Hamburg eG mit dem Geld der Mitglieder passiert, wenn es nicht zu einem Rückkauf des Stromnetzes bzw. zu einer Beteiligung der Genossenschaft an den Energienetzen kommt.

Diese Veranstaltung war eine gute Möglichkeit, vielen angehenden Ingenieuren die Vorteile von Energiegenossenschaften zu vermitteln. Dank an Monika Griefahn für die Einladung!

Gründungs-Boom bei Energiegenossenschaften für Erneuerbare Energien

Energiegenossenschaften spielen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien eine immer
bedeutendere Rolle. Dies belegt eine neue Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und
Raiffeisenverbands e.V. (DGRV). Für das Jahr 2012 registrierte der DGRV einen Zuwachs
um 150 auf nun mehr als 650 Genossenschaften, die die Erzeugung und Verteilung von
Strom und Wärme aus Erneuerbarer Energien betreiben. Die Zahl der genossenschaftlich
organisierten Mitglieder wuchs im selben Zeitraum um 67 Prozent auf 136.000.
Privatpersonen machen mit 92 Prozent den mit Abstand größten Anteil Mitglieder aus.
Die Umfrage zeigt die Genossenschaften nicht nur als eine beliebte und relativ einfach
aufzubauende Form aktiver Bürgerbeteiligung in der dezentralen Energieversorgung,
sondern auch deren Leistungsfähigkeit. So beläuft sich etwa deren deutschlandweite
Stromproduktion auf rund 580.000 Megawattstunden (MWh), was rechnerisch dem Bedarf
von 160.000 Durchschnittshaushalten entspricht. Daneben geben betriebswirtschaftliche
Daten wie der hohe Eigenkapitalanteil von rund 50 Prozent einen detaillierten Einblick in
das solide Innenleben von Energiegenossenschaften.
Mehr als die Hälfte der nach ihren weiteren Investitionsvorhaben und neuen Tätigkeitsfelder
befragten Energiegenossenschaften geben an, dass sie den selbsterzeugten Strom aus
Biomasse, Wind & Co. auch regional vermarkten wollen. In diesem Zusammenhang zeigt
sich insbesondere, dass aus Sicht der Energiegenossenschaften eine Kooperation mit den
örtlichen Stadtwerken von großer Bedeutung ist, ebenso wie die Abschaffung bestehender
gesetzlicher Hindernisse.
Mehr lesen: Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV): Ergebnisse der Umfrage

Putzaktion in Marschacht

21. April 2013
Freiwillige Feuerwehr reinigt Module

Putzaktion in Marschacht

Warum auch immer, aber Tauben fühlen sich wohl auf unserer Photovoltaikanlage in Marschacht. Sie verdreckten die obere Modulreihe derart, dass wir das Gefühl hatten unsere Sonnenernte würde darunter leiden. Auch befürchteten wir, der Taubendreck könnte auf die Dauer die Module beschädigen.

Freilich nicht, um den Tieren zu Leibe zu rücken, wohl aber, um wieder Licht an die Technik zu lassen, half uns jetzt die Freiwillige Feuerwehr Marschacht. Sie befreite die Module von den Hinterlassenschaften des Winters. Jetzt können wir die Sonne dieses Jahres wieder voll ausnutzen. Wie wir jetzt die Tauben überzeugen können, sich woanders niederzulassen, daran arbeiten wir noch. So oder so: Ein herzlicher Dank geht an die Freiwillige Feuerwehr Marschacht!

Putzaktion in Marschacht

Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ

In Hamburg ist seit mehreren Jahren eine Initiative aktiv, welche sich zum Ziel gesetzt hat, die Hamburger Energienetze von den privaten Betreibern (Vattenfall und EON) zurückzukaufen und unter kommunaler Regie zu betreiben. Die Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ ist ein parteiunabhängiges Bündnis aus Umweltverbänden, Bürger- und Verbraucherinitiativen und Kirchen. Mehr Info unter:

http://unser-netz-hamburg.de

Aufgrund persönlicher Kontakte zur Kampagnenleiterin der Initiative ist unser Vorstandsmitglied Stefan Lübben zu einem internen Treffen der Initiative am 28.02.2013 eingeladen worden. Dieses Treffen sollte mögliche Multiplikatoren und Personen / Organisationen die ohnehin aktiv sind in Sachen Energiewende über die Arbeit und Ziele der Initiative informieren. Jeder Eingeladene bekam die Möglichkeit, seine Organisation vorzustellen und dabei auch mögliche Anregungen für die Initiative vorzutragen. S. Lübben stellte dabei heraus, wie wichtig es ist, dass die Netze im Falle eines Rückkaufes nicht vollständig in kommunale (städtische) Hand zurückgehen dürfen, da dann die Stadt bei klammen Kassen sehr schnell wieder auf die Idee kommen wird, die Netze wieder zu verkaufen. Es muss daher ein klares Ziel sein, möglichst große Anteile der Netze so eng mit den Hamburger Bürgern zu verknüpfen, dass sich nicht einfach von der Stadt verkauft werden können. Ein möglicher Käufer / Investor wird abgeschreckt vom Netzkauf, wenn mehr als 50% eines Netzes in den Händen von Bürgern sind. Um dieses bewerkstelligen zu können, wäre eine Genossenschaft als Netzeigentümer die optimale Gesellschaftsform. Alle Bürger können sich finanziell am Netz beteiligen, wesentliche Anteile der aufgrund gesetzlicher Regularien sicheren Rendite gehen an die Bürger zurück und bleiben somit in der Stadt, die Stadt oder auch ein Privater können eine Minderheitsbeteiligung am Netz haben. Der Netzbetrieb kann dann durch professionelle Unternehmen geschehen, die im Auftrag des Netzbesitzers – der Genossenschaft – aktiv sind. Seitens der anwesenden VER.DI-Vertreter wurde dieser Ansatz scharf kritisiert, VER.Di forderte, dass die Netze zu 100% zurück in die kommunale Hand gehen müssen, damit sichere Arbeitsplätze im Bereich des öffentlichen Dienstes geschaffen werden können. Die heftige Diskussion in großer Runde über diese Problematik wurde nicht zu einem klaren Ende geführt, zahlreiche Anwesende haben den genossenschaftlichen Ansatz aber deutlich befürwortet.

Die Initiative hat bei allen eingeladenen Gästen dafür geworben, die Resolution der Initiative (s. Anlage) zu unterstützen und zuzustimmen, dass die jeweilige Organisation auf der Website der Initiative als Unterstützer genannt werden und das Logo dargestellt werden darf.

Nach umfassender Diskussion im Aufsichtsrat am 23.03. und anschließend im Vorstand am 7.04. wurde der Initiative schließlich die Zustimmung gegeben, die Bürger-Solarkraftwerke Rosengarten eG als Unterstützer zu benennen und unser Logo auf deren Webseite zu zeigen.

Resolution JA zu UNSER HAMBURG – UNSER NETZ